Duell in Nettetal – Wagner gegen Küsters

Interview Nettetal Am 27. September können die Nettetaler noch einmal mit ihrer Stimme entscheiden: Amtsinhaber Christian Wagner und Herausforderer Christian Küsters stehen sich in der Stichwahl für das Bürgermeisteramt gegenüber. Im Interview erklärt der amtierende Bürgermeister, welches Problem er schnell angehen will und was ihm ein Herzensanliegen ist.
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Wie sieht Ihr Programm bis zur Stichwahl aus?

Christian Wagner Wichtig wäre der direkte Austausch mit dem Gegenkandidaten beim Duell von RP und Welle Niederrhein am nächsten Dienstag im Livestream ab 19 Uhr gewesen. Es ist sehr bedauerlich, dass der von WIN unterstützte Kandidat der Ampel daran nicht teilnehmen will. Schon direkt nach dem ersten Wahlgang hatte ich ihn aufgefordert, Inhalte und Argumente zu nennen, um offen über Nettetals Zukunft zu diskutieren. Diese Möglichkeit der Meinungsbildung wird den Bürgerinnen und Bürgern durch die Absage genommen. Ich selbst werde mit den neu gewählten Ratsmitgliedern der CDU in allen Wahlbezirken Haus­türbesuche machen, die Nettetaler Märkte besuchen und mit den Bürgerinnen und Bürgern auch in den Innenstädten das Gespräch suchen. Ich möchte die Menschen direkt erreichen.

Stichwahl am 27. September

Das Briefwahlbüro im Rathaus am Doerkesplatz ist montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Am Freitag, 25. September, ist sogar bis 18 Uhr geöffnet.

 

Wegen der Corona-Hygienebestimmungen bittet die Stadt darum, zur Wahl am 27. September einen eigenen Stift mitzubringen und die Hygienevorschriften (Hände desinfizieren, Mund-Nase-Schutz, Distanz) zu beachten. 

 

Informationen zur Stichwahl für Nettetal unter Telefon 02153 898-1707 (ganztägig) oder 02153 898-1709 (bis 13 Uhr) sowie im Internet unter  https://www.nettetal.de/de/dezernat1  /kommunalwahlen/

Welche Möglichkeiten haben die Bürger, Ihre politischen Ansichten  näher kennenzulernen?

Wagner Im persönlichen Austausch an der Haustür, auf dem Markt oder gerne auch per E- Mail, auf Facebook unter cw.nettetal und über meine Homepage www.wagner-für-nettetal.de  sowie über die verteilten Informationsflyer, die auch über meine Homepage herunterladbar sind.


Sind im Wahlkampf neue Themen an Sie herangetragen worden?

Wagner Viele kleine Dinge, die ich direkt auf dem kleinen Dienstweg erledige. Bestärkt bin ich aufgrund persönlicher Gespräche darin, dass bei neuen Wohngebieten vorrangig Nettetaler Grundstücke zu vertretbaren Preisen ankaufen können. Das machen wir bei städtischen  Grundstücken schon. Hier will ich bei zukünftigen Entwicklungen mehr Einfluss nehmen. Auch die Ausweitung des Anrufsammeltaxis für Schüler, die bislang nicht mehr vom WJG oder der Gesamtschule nach Leutherheide kommen, ist eine Idee, die so entstanden ist.

Beschreiben Sie den Status quo der Stadt Nettetal.

Wagner Wir haben viel erreicht, aber auch noch viel zu tun. Mit neuen Wohngebieten, der erfolgreichen Vermarktung in Nettetal-West II, Anbauten und Neubauten von Kindergärten in allen Stadtteilen, dem Erhalt der Grundschulstandorte und besonderen Projekten, wie das Multifunktionsbecken in Breyell und der Modernisierung aller Schulgebäude stehen wir im Vergleich gut da. Wir sind eine wachsende Stadt sowohl bei den Einwohnerzahlen als auch der Wirtschaftskraft. Mit diesem Rückenwind möchte ich die Herausforderungen im Bereich Klimaschutz, Mobilität, Digitalisierung, die Stärkung des Ehrenamtes und den Erhalt lebendiger Ortszentren beherzt angehen.


Welchen finanziellen Kurs werden Sie für die nächsten fünf Jahre fahren?

Wagner Wir haben durch Haushaltsüberschüsse unser Eigenkapital deutlich erhöht und eine Rücklage für schlechte Zeiten von mehr als 23 Millionen Euro. Anders als viele andere Städte haben wir Kredite nur für Investitionen aufgenommen. Die Abschreibungen und Zinsen dafür erwirtschaften wir. Deshalb sind wir auch jetzt finanziell handlungsfähig und werden die Bürgerinnen und Bürger nicht durch höhere Steuern belasten müssen, sondern können weiter in Straßen, Schulen und schnelles Internet sowie den weiteren Kindergartenausbau investieren.

Was ist Ihr Herzensanliegen?

Wagner Ich lebe mit meinen Kindern in Schaag. Sie sind hier prima aufgewachsen und fühlen sich hier zu Hause, haben Wurzeln gefunden. Über die Pfadfinder und den Sport sind sie ins Ortsleben eingebunden. Sie waren hier auf der Grundschule und können am WJG ihren Weg weitergehen. Ich will mich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass wir in Nettetal in jedem Stadtteil auch in Zukunft allen Familien diese Chance geben können. Ich will, dass sich junge und alte Menschen  in unserem liebens- und lebenswerten Nettetal wohl fühlen und ihre Zukunft in die Hand nehmen können. Hierbei kommt für mich dem Vereinsleben und der Förderung des Ehrenamtes eine besondere Bedeutung zu. Mit der verbesserten Förderung und unserer neuen Ehrenamtsbeauftragten gehen wir hier voran.

Wo drückt der Schuh? Welches Problem wollen Sie schnell angehen?

Wagner Aus der Nette-Runde in den Stadtteilen und vielen persönlichen Kontakten weiß ich, dass wir ein massives Probleme durch die menschenunwürdige Unterbringung südosteuropäischer Arbeitskräfte haben. Dagegen gehe ich mit der von mir gebildeten Task Force vor. Durch meinen Kontakt zur Kommunalministerin Ina Scharrenbach haben wir eine rechtliche Grundlage, diese Zustände zu beenden. Das setze ich um.

Wie erklären Sie den Wählern die geplante Renovierung der Werner-Jaeger-Halle?

Wagner Es geht darum, für unser Gymnasium eine Aula vorzuhalten und gleichzeitig das Kulturangebot für alle zu erhalten. Abriss und Neubau wäre doppelt so teuer. Mit der Sanierung erhalten wir ein Gebäude aus der Gründerzeit der Stadt, das so modernisiert ist, dass es wieder auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Auch das ist Heimat. Übrigens entfernen wir dabei alle Schadstoffe und handeln auch klimafreundlich, da wir keine neuen Baustoffe verwenden. Und Photovoltaik werden wir wahrscheinlich auch integrieren können.


Wann kommt das Mobilitätskonzept und in welche Richtung wird es führen?

Wagner Die verwaltungsinternen Vorbereitungen laufen. In 2021 startet die umfassende Bürgerbeteiligung. Nicht ich, sondern die Bürgerinnen und Bürger geben also die Richtung vor. Ich befürworte einen Mix aus weiterem Ausbau der Radwege auch in den Ortszentren, Schutz der Wohngebiete vor Durchgangsverkehr, eine zweite Bahnlinie (RE 8 nach Köln) und die Ergänzung des ÖPNV durch bedarfsorientierte Angebote, so dass ich auch über Bürgerbusse oder Anrufsammeltaxis flexibel und auch länger als bisher in Nettetal unterwegs sein kann. Bei diesen Angeboten werden wir E-Fahrzeuge nutzen und insgesamt die Bedingungen für E-Mobilität fördern.

Was tun Sie (die Stadt) fürs Klima?

Wagner Mit der energetischen Sanierung unserer Gebäude oder dem Ausbau der Photovoltaik zuletzt beim neuen Bauhof leisten wir schon länger einen Beitrag. Wir wollen aber viel mehr. Klimaschutz verbunden mit wirtschaftlicher Vernunft und innovativer Technik. So folgen wir dem Beispiel der Nachbarstadt Venlo beim Thema Cradle-to-Cradle. Wir bauen gesunde, nachhaltige und klimaschonende Gebäude, die möglichst klimaneutral sind oder zusätzliche Energie produzieren. Das haben wir beim neuesten Kindergarten in Kaldenkirchen umgesetzt. Das werden wir beim Multifunktionsbad in Breyell und dem neuen Geschäftsgebäude der Stadtwerke umsetzen. Und mit unserer Klima-Plus Siedlung in Kaldenkirchen werden wir ganz neue Wege gehen und ein ganzes Wohngebiet so ausrichten. Übrigens zu vertretbaren Preisen, denn sozial ausgewogen muss Klimaschutz auch sein. Damit wollen wir eine Ausstrahlungswirkung in die Region erzeugen und Nettetal noch attraktiver machen.

 

 

Quelle: Rheinische Post

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